Die verpasste Chance für Gewerkschaften und Initiativen für Arbeitsrechte – beim Kirchentag war die Situation der kirchlichen Beschäftigten kein Thema

Der 37. Evangelische Kirchentag in Dortmund ist am 23.06.2019 nach gutem Wetter und viel Trallala zu Ende gegangen.

Dieses Großereignis hätte einen guten Anlass geben können, auf die schlechten Arbeitsbedingungen, eingeschränkten Mitbestimmungsmöglichkeiten und der Bekämpfung der Gewerkschaftsarbeit bei den Kirchen allgemein und bei der Evangelische Kirche/Diakonisches Werk im Besonderen hinzuweisen. Den Gewerkschafts- und Menschenrechtsgruppen, Arbeitsrechtlern und Aktivisten der Sozialen Bewegungen, die sich mit der Thematik beschäftigen, wäre ein bundesweites Echo garantiert gewesen.

Im Programm des Kirchentages wurde die Rolle der Kirchen als Unternehmen und Anstellungsträger nur am Rande erwähnt und Protestaktionen der Beschäftigten sind bei solchen Großveranstaltungen der Kirchen undenkbar.

Doch genau das Undenkbare hätte stattfinden sollen. Die verpasste Chance für Gewerkschaften und Initiativen für Arbeitsrechte – beim Kirchentag war die Situation der kirchlichen Beschäftigten kein Thema weiterlesen

Zur Debatte über Vergesellschaftung anstelle Verstaatlichung und über Gemeineigentum anstelle von staatlichem Eigentum

Von Daniela Dahn

Seit den alten Römern gilt: Das Heiligste von allem ist das Eigentum. Die Machthaber müssen es unter allen Umständen schützen, weit mehr als Talent und Kreativität, weit mehr als soziale Besitzstände wie Löhne, Renten oder Mieten. Die alten Griechen hatten einen gerechteren Eigentumsbegriff. Die neuen Griechen versuchen, daran zu erinnern. Ganz im Sinne von Proudhon fragen sie wieder, ob bestimmtes, in diesem Fall spekulatives Finanz-Eigentum, nicht eigentlich Diebstahl ist, der nicht verdient, anerkannt zu werden.

In Zeiten, in denen sich immer mehr Eigentum auf den Konten weniger Superreicher und Oligarchen sammelt, stellt sich die Frage, ob die vielbeklagte Kluft zwischen Arm und Reich nicht kleiner würde, wenn der Staat über mehr Eigentum verfügen würde. Die Antwort lautet: Nein. Zur Debatte über Vergesellschaftung anstelle Verstaatlichung und über Gemeineigentum anstelle von staatlichem Eigentum weiterlesen

Die Kluft wird tiefer – Die hohen Einkommen sind stark gestiegen, die niedrigsten sogar gesunken

Die Realeinkommen in Deutschland sind gestiegen. Von 1991 bis 2016 – so weit reicht die gesamtdeutsche Erfassung derzeit – ist es bei den verfügbaren Einkommen zu einem Zuwachs von durchschnittlich 18 Prozent gekommen. So weit die positive Nachricht, die sich aus dem kürzlich vorgelegten Wochenbericht 19/2019 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergibt.

Von den Steigerungen haben jedoch längst nicht alle profitiert. Bei Untersuchungen der Einkommensverteilung werden die Einkommen in zehn Bereiche aufgeteilt, sogenannte Dezile. Im zehnten Dezil, also bei den hohen Einkommen, gab es in dem genannten Zeitraum einen Zuwachs von 35 Prozent. Im zweiten Dezil, also bei den niedrigen Einkommen, lag der Zuwachs hingegen bei nur zwei Prozent. Und im ersten Dezil verzeichneten die Forscher*innen seit 2010 sogar einen Rückgang der Einkommen. Die Kluft wird tiefer – Die hohen Einkommen sind stark gestiegen, die niedrigsten sogar gesunken weiterlesen

Neun-Punkte-Programm für den Flüchtlingsschutz in Europa

Die Zusammenarbeit mit der sogenannten libyschen Küstenwache muss umgehend beendet werden und die EU benötigt unverzüglich einen solidarischen Mechanismus zur Aufnahme und Verteilung von Bootsflüchtlingen innerhalb Europas: Das gehört zu den Kernforderungen, die von PRO ASYL und Neue Richtervereinigung (NRV) erhoben werden.

In einem gemeinsamen Positionspapier  »Menschenrechte sind unteilbar und gelten für alle. Neun-Punkte-Programm für den Flüchtlingsschutz in Europa« wird dazu aufgerufen, sich aktiv für Europa und den Flüchtlingsschutz einzusetzen. Menschenrechte sind universell gültig. Angriffe auf die Menschenrechte von Schutzsuchenden sind Angriffe auf die Menschenrechte von EU-Bürger*innen. Neun-Punkte-Programm für den Flüchtlingsschutz in Europa weiterlesen

Rente rauf!

Von Holger Balodis & Dagmar Hühne

Wir sind sicher, dass die Zukunft dieser Gesellschaft nicht nur vom Klimawandel, sondern auch stark von der sozialen Gerechtigkeit abhängt. Wenn der jungen Generation später massenhafte Altersarmut droht, ist das eine Zeitbombe, die entschärft werden muss. Und zwar bald. Deutlich höhere Renten für alle, insbesondere aber bessere Renten für die gestiegene Zahl der Niedriglöhner lautet die Antwort. Sonst droht die Spaltung der Gesellschaft.

Wie es gelingen kann, zeigen wir in „Rente rauf!“. Das Buch greift die positiven Elemente in den Rentensystemen der westlichen Nachbarländer auf und beschreibt, was nun dringend auch bei uns passieren muss. „Rente rauf!“ soll durch Crowdfunding realisiert werden.

Das Buch beweist, dass bessere Renten für alle möglich und finanzierbar sind. Es zeigt, was die Politik dafür tun muss. Es soll all denen, die für höhere Renten eintreten, Mut machen und ihnen eine Stimme verleihen. Klar wird: es handelt sich nicht um eine Utopie. Deutlich höhere Renten sind schon kurzfristig umsetzbar. Und diese Renten werden vor allem der jüngeren Generation nutzen. Die drohende Altersarmut lässt sich noch abwenden. Wenn nur mutige Entscheidungen getroffen werden.

Hinter dem Projekt „Rente rauf!“ steht jeder einzelne Unterstützer. In den vergangenen Jahren konnten wir uns dabei auf Untergliederungen der Gewerkschaft ver.di und auf Gruppen der Renten-Protestbewegung verlassen.
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Armutsdelikte werden drakonisch bestraft – vom Containern, Schwarzfahren, Ladendiebstählen und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Die Auswirkungen der Reformen der „Agenda 2010“ die von der rot-grünen Koalition Anfang des Jahrhunderts auf den Weg gebracht wurden, haben der politischen Kultur und dem sozialen Klima im Land dauerhaft geschadet. Der Arbeitsmarkt wurde dereguliert, der Sozialstaat demontiert, eine Steuerpolitik betrieben, die den Reichen mehr Reichtum und den Armen mehr Armut gebracht hat und auch der Mittelschicht deutlich gemacht, dass ihr Abstieg jederzeit möglich ist. Damit reagieren die Stärkeren ihre Abstiegsängste, Enttäuschung und ihre Ohnmacht an den Schwächeren ab.

Begleitet wird das Ganze von dem Mistrauen gegenüber den Mitmenschen und wenn man sieht, dass der Staat überall ein Sicherheitsproblem entdeckt, das mit martialischen Einsätzen der Sicherheitskräfte entschärft werden muss, dann wird die gefühlte Bedrohung real erlebt und nach dem noch stärkeren Staat gerufen.

Dabei ist es erforderlich, denen, die nichts mehr haben, als strafender und disziplinierender Staat entgegen zu treten und denjenigen Menschen mit Abstiegsängsten und den großen Vermögen einen starken Staat zu demonstrieren.

Der Bereich in dem der strafende Staat schon seit Jahrzehnten eine besonders tragische Kontinuität an den Tag legt, ist die Ahndung von Bagatelldelikten, die von den ärmeren Menschen begangen werden.

Die Armutsdelikte wie das Containern, Schwarzfahren, Ladendiebstähle und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz werden im Folgenden genauer betrachtet und auch wie sie geahndet werden. Armutsdelikte werden drakonisch bestraft – vom Containern, Schwarzfahren, Ladendiebstählen und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz weiterlesen

Vorsitz der Atlantik-Brücke – nur ein Karrieresprung für einen EX-SPD-Vorsitzenden oder Ausdruck politischer Kontinuität?

Der Vereinsvorstand der Atlantik-Brücke, die mächtige Organisation der transatlantischen Elitenvernetzung und –koordination, hat nun beschlossen, den früheren SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel für die Wahl des Vorsitzenden durch die Mitgliederversammlung am 26. Juni vorzuschlagen. Wird er gewählt, steht er einer Organisation vor, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Westintegration und die NATO Mitgliedschaft der Bundesrepublik Deutschland zustande kam. Die Westintegration war die Voraussetzung dafür, einen verlässlichen und nachhaltigen außenpolitischen Konsens zu etablieren, dessen Kern die guten deutsch-amerikanischen Beziehungen sind.

Das transatlantische Elitennetzwerk hatte und hat einen großen Anteil daran, den außenpolitischen Konsens durch seine Rolle der politische Koordinatoren über die Jahrzehnte auszubauen und zu pflegen. Damit das Netzwerk effektiv und stabil bleibt, hat es die zahlreichen Verbindungen und Beziehungen zu Wissenschaftlern und Medienkonzernen genutzt, um diesen Konsens auch im öffentlichen Diskurs zu verankern und so im Systemkonflikt zwischen dem Kapitalismus und einem wie auch immer ausgestalteten Sozialismus erfolgreich zu sein.

Damit heute ein früherer SPD-Vorsitzender an die Spitze dieser Organisation kommt, musste sich die westdeutsche Sozialdemokratie schon früh vom Anti-Militarismus, Neutralismus und Sozialismus verabschieden.

Übrigens wird Sigmar Gabriel den noch amtierenden Vorsitzenden der Atlantikbrücke, Friedrich März ablösen, den die transatlantische Elite derzeit als Bundeskanzler aufbaut.

Im Folgenden wird die Atlantik – Brücke und deren Mitglieder einmal vorgestellt. Vorsitz der Atlantik-Brücke – nur ein Karrieresprung für einen EX-SPD-Vorsitzenden oder Ausdruck politischer Kontinuität? weiterlesen

Distomo – 10. Juni 1944: Nicht verjährt, nicht entschädigt, nicht vergessen

Von Arbeitskreis Distomo

Deutschland ist ein schwieriges Land. Es ist das wirtschaftlich und politisch stärkste Land in Europa. Der Reichtum stützt sich auch auf die Tatsache, dass nach dem 2. Weltkrieg die auf der Pariser Reparationskonferenz von 1946 festgelegten Verpflichtungen zur Zahlung nie erfüllt worden sind. Obwohl besiegt, behielt Deutschland das Raubgut, behielt die Vorteile aus der Zwangsarbeit. Für die tausendfachen Morde und die Zerstörung der überfallenen Länder wurde so gut wie nichts gezahlt. Distomo – 10. Juni 1944: Nicht verjährt, nicht entschädigt, nicht vergessen weiterlesen

2019 feiert die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organisation – ILO) ihr hundertjähriges Jubiläum.

„Vieles hat die ILO in den vergangenen Dekaden erreicht: Trotz zahlreicher Rückschläge aufgrund des Zweiten Weltkrieges, politischer Konflikte wie dem ’Kalten Krieg’ oder wachsender Verteilungskämpfe und Interessensgegensätze angesichts der Grenzen des Wachstums hat die ILO maßgeblich zur Gestaltung des Völkerrechts beigetragen und ein verbindliches, internationales Arbeitsrecht geschaffen. Auf dieses können sich zum Beispiel Beschäftigte, die auf lokaler Ebene um ihre Rechte kämpfen, berufen und das Beschwerde- und Aufsichtssystem der ILO nutzen.

Aus den Debatten um die Arbeitsbedingungen in globalen Wertschöpfungsketten, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen oder die menschenwürdige Gestaltung von Migration sind die ILO und ihr Normenwerk nicht wegzudenken. Dass die ILO nicht nur eine bedeutende Vergangenheit und Gegenwart hat, sondern auch für die Gestaltung der Zukunft globaler Arbeitswelten eine zentrale Instanz ist, davon sind die HerausgeberInnen dieser Publikation überzeugt. 2019 feiert die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organisation – ILO) ihr hundertjähriges Jubiläum. weiterlesen

Pflegenotstand: (Wieder mal) Ausländer rein! Also in die Pflege. Die verzweifelte Hoffnung stirbt offensichtlich zuletzt

Von Stefan Sell 

Im Jahr 1963 wurde ein Chefarzt im SPIEGEL mit diesen Worten zitiert: „Das Krankenhaus ist zu einem Taubenschlag geworden.“ Und in dem Artikel Der weiße Alptraum, veröffentlicht im SPIEGEL Heft 29/1963, wird daran anknüpfend berichtet: »Der Mangel an weißen Hauben-Tauben ist einer der gewichtigsten Gründe für die Misere vieler deutscher Krankenhäuser: Wegen Schwesternmangels mußten in letzter Zeit zahlreiche Stationen und Abteilungen geschlossen, konnte manche neue Klinik gar nicht eröffnet werden.« Damals wurde von 94.352 Krankenschwestern berichtet, die laut Statistik berufstätig waren – und zugleich von 40.000 fehlenden Pflegekräften in den Kliniken.

Wahrhaft putzige Zahlen, wenn man an die heutigen Größenordnungen denkt und die man in der aktuellen Diskussion über einen Pflegenotstand parat haben sollte: Nur bezogen auf die Krankenhäuser wird für 2016 von 325.100 Pflegefachkräften (in Vollzeit) berichtet ( übrigens 1.000 weniger als im Jahr 1991). Aber die Welt der Pflege ist noch weitaus größer: Allein in der stationären und ambulanten Altenpflege sind 1,1 Mio. Beschäftigte tätig und wenn man eine Hierarchie der Dringlichkeit des Pflegenotstands aufstellen müsste, dann steht die Altenpflege ganz oben auf der Liste. Pflegenotstand: (Wieder mal) Ausländer rein! Also in die Pflege. Die verzweifelte Hoffnung stirbt offensichtlich zuletzt weiterlesen

Zukunft der Beschäftigung: kommt nach prekär nur noch Sklaverei und Schuldknechtschaft?

Für die Sicherheit der reichen Menschen, die abgeschirmt in eigenen Trutzburgen in den Stadtteilen leben, muss immer mehr Aufwand getrieben werden, damit die „überflüssigen“ Menschen, deren Arbeitskraft nicht mehr benötigt wird, ihnen nicht zu nahekommen. Doch wird es immer schwieriger, sie in Schach zu halten.

Gleichzeitig versuchen die Menschen aus ihrer prekären Lage herauszukommen.  In immer zahlreicher werdenden Regionen des globalen Südens versuchen die Menschen mit Hilfe von Verschuldung ihre Situation zu verbessern und nehmen Kredite auf. Diese Verschuldung ist mittlerweile der erste Schritt in die Sklaverei geworden.

Die Schuldknechtschaft ist der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, sie stellt heute aber die am weitest verbreitete Methode zur Versklavung von Menschen dar.

Die globale Ökonomie hat eine weltweite Nachfrage geschaffen, bei der die Unternehmen den Globus nach unregulierten Arbeitsmärkten absuchen, um von den niedrigsten Löhnen profitieren zu können. Zukunft der Beschäftigung: kommt nach prekär nur noch Sklaverei und Schuldknechtschaft? weiterlesen

Die „Deutschland AG“ hat sich aufgelöst – neue Herausforderungen für erfolgreiche Kämpfe!

Von Uwe Fritsch

In den vergangenen 20 Jahren ist es zu einer grundlegenden strukturellen Neuordnung der Kapital- und Personalverflechtungen innerhalb des Großkapitals gekommen. Im Zuge der Globalisierung haben sich nationale Konzentrationen aufgelöst und immer weniger Akteure beherrschen die Unternehmen in den größten Wirtschaftsregionen der Welt. Auch auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen in dem Weltkonzern Volkswagen AG komme ich zu der These: Das deutsche Großkapital in der Form der ehemaligen „Deutschland AG“[1] hat sich aufgelöst, existiert in dieser Form nicht mehr und organisiert sich neu und globaler“. Daraus ergibt sich aus meiner Sicht für uns als Marxistinnen und Marxisten, als Kommunistinnen und Kommunisten die Notwendigkeit, die politische Praxis, die Strategie und Taktik an diese Entwicklungen anzupassen. Nur die Analyse von objektiven Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft ermöglicht uns auch als Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, den Erhalt und den Ausbau der Gegenmacht als Ausgangspunkt und Chance zu gesellschaftlichem Wandel zu organisieren und langfristig zu grundsätzlichen gesellschaftlichen Veränderungen zu kommen. Die „Deutschland AG“ hat sich aufgelöst – neue Herausforderungen für erfolgreiche Kämpfe! weiterlesen

Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften bereitet Strategiekonferenz 2020 vor

Am 18. Mai 2019 trafen sich in Frankfurt am Main über dreißig Vertreter*innen verschiedener Netzwerke und örtlicher Initiativen. Bereits auf der Konferenz der Rosa-LuxemburgStiftung „Aus unseren Kämpfen lernen“ im Februar hatten an einem Randtreffen der Initiative siebzig Interessierte teilgenommen. Die Einberufung einer gewerkschaftlichen Strategiekonferenz 2020 wurde dort bereits angekündigt und zum Vorbereitungstreffen am letzten Wochenende eingeladen.

Zu den Aufrufenden gehören unter anderem der Arbeitsausschuss der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken (IVG) mit seinen örtlichen Foren, LabourNetGermany, Redaktion express, das „Netzwerk für eine demokratische und kämpferische ver.di“, die Basisgewerkschaftsgruppe „ver.di aktiv“, die ver.di-Linke NRW, DidF, OrganisierenKämpfen-Gewinnen (OKG), TIE (internationales Bildungswerk) und andere. Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften bereitet Strategiekonferenz 2020 vor weiterlesen

Wobblies – Politik und Geschichte der IWW

Die Industrial Workers of the World (IWW) ist eine der legendärsten Kampforganisationen der Arbeitsklasse. Gegründet 1905 in den USA hatte die IWW bald Sektionen auf fünf Kontinenten. Die Wobblies, wie die Mitglieder der Organisation genannt werden, sind untrennbar mit der Geschichte des revolutionären Syndikalismus verbunden. Sie vereinen das Prinzip der Arbeiterselbstverwaltung mit direkter Aktion und dem Ziel einer klassenlosen Gesellschaft.

Der 28. Band der Reihe »Klassiker der Sozialrevolte« bietet einen Einstieg in die Ursprünge und Geschichte der IWW. Neben der Prinzipienerklärung der IWW von 1904 und dem etwas bekannteren Text »Die I.W.W.: Ihre Geschichte, ihre Struktur, ihre Methoden« (1917) des Arbeiteranführers Vincent St. John beinhaltet der Band auch eine Erstübersetzung von Henry McGuckins »The Memoirs of a Wobbly«, eine anschauliche Beschreibung des Wanderlebens, das viele Wobblies Anfang des 20. Jahrhunderts führten. Sie bildeten eine Solidaritätsgemeinschaft prekarisierter Arbeiter*innen, die das soziale und politische Leben in den USA – und weit darüber hinaus – wesentlich beeinflusst haben.
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Andrea Nahles’ Bilanz als Ministerin … eine einzige Katastrophe

Von Jens Berger/ Artikel vom 20.02.2018

Nach dem Wunsch der Parteiführung soll Andrea Nahles auf dem Sonderparteitag am 22. April in Wiesbaden zur nächsten SPD-Vorsitzenden gewählt werden. Dass ausgerechnet ein Apparatschik wie Nahles der Partei die wahrscheinlich ohnehin nicht mehr möglichen Impulse zu einem Neuanfang geben kann, darf jedoch getrost bezweifelt werden. Erst recht, wenn man sich die desolate Bilanz ihrer Arbeit im Arbeits- und Sozialministerium vor Augen hält. Liebe Genossen, meint Ihr tatsächlich, dass dieses Gesicht für eine glaubwürdige Neuorientierung steht? Andrea Nahles’ Bilanz als Ministerin … eine einzige Katastrophe weiterlesen

Private Überschuldung: starke Unterschiede zwischen jung und alt

Für rund jede vierte Person der unter 25-Jährigen, die im Jahr 2018 eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, war der Hauptauslöser der Überschuldungssituation eine unwirtschaftliche Haushaltsführung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, gaben hingegen fast 30 % der älteren Personen (ab 65 Jahren), die sich 2018 in Schuldnerberatung befanden, eine Erkrankung, Sucht oder Unfall beziehungsweise Trennung, Scheidung oder Tod des Partners oder der Partnerin als Hauptauslöser der Überschuldung an. Private Überschuldung: starke Unterschiede zwischen jung und alt weiterlesen

Debattenpapier des DGB-Bundesvorstands: Soziale Sicherheit statt Hartz IV

„Obwohl die registrierte Arbeitslosigkeit auf einen historischen Niedrigstand gesunken und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung einen Höchststand erreicht hat, Deutschland jeder vierte im Niedriglohnbereich arbeiten, aus dem viele, insbesondere Frauen, über lange Jahre nur sehr schwer oder gar nicht herauskommen. Deshalb muss die aktive Unterstützung und die soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit deutlich und grundlegend verbessert werden. Die bestehenden sozialen Netze sind zu grobmaschig geknüpft und bieten keinen wirksamen Schutz vor sozialem Abstieg im Fall länger andauernder Arbeitslosigkeit. Der laufende Strukturwandel erzeugt weitere Unsicherheiten und verstärkt Abstiegsängste. Um diese Transformationsprozesse gut und ohne Absturz zu bewältigen, bedarf es konkreter Unterstützung von Arbeitnehmerinnen und  Arbeitnehmern.
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DGB: Der dreckige Alltag auf Europas Straßen

Ein Unterbietungswettbewerb beherrscht den LKW-Fernverkehr auf Europas Autobahnen. Die Arbeitsbedingungen sind unmenschlich, die EU muss gegensteuern. Damit sich wirklich etwas zum Besseren bewegt, muss die gewerkschaftliche Gegenmacht gestärkt werden.

Will die EU nicht noch mehr Glaubwürdigkeit verlieren, muss sie in dieser Frage handeln. Momentan ist nicht klar, in welche Richtung es gehen wird. Lobbyisten der Fuhrunternehmer drängen auf eine weitere »Deregulierung«, die die Arbeitsbedingungen der Fahrer noch weiter zu verschlechtern droht. Doch noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Wir leben im 21. Jahrhundert, und längst ist es überfällig, entschlossene Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Schwächsten unter den Ausgebeuteten zu ergreifen. DGB: Der dreckige Alltag auf Europas Straßen weiterlesen

In schwerer See. Europäische Gewerkschaften in Krisenzeiten

„Die Gewerkschaften in Europa befinden sich in schwerer See. Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung sowie die Zunahme sozialer Ungleichheit stellen sie vor ähnliche Herausforderungen. Zugleich haben sich ihre jeweiligen nationalen Handlungsmöglichkeiten im Gefolge der Krisenpolitik innerhalb der EU seit 2008 sehr unterschiedlich entwickelt. Dies ist der Hintergrund, vor dem wir neben Deutschland Wissenschaftler_innen aus Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden, Spanien sowie Ungarn für ein gemeinsames Forschungsprojekt interessieren konnten. Der vorliegende Bericht gibt einen Überblick über einige uns besonders interessant erscheinende Aspekte dieser Analysen und stellt diese in den Zusammenhang anderer aktueller Veröffentlichungen zu diesem Thema. In schwerer See. Europäische Gewerkschaften in Krisenzeiten weiterlesen

Die fiktive Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und die Sanktionen

Von Inge Hannemann

Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit zeigt im Schnitt über eine Millionen Stellenangebote an. Nun ist das so eine Sache mit dieser Million. Auf dem ersten Blick ist die Anzahl der „Arbeit“ unbefristet, befristet oder ohne Angaben ersichtlich. Auch erkenne ich auf dem ersten Blick die Gesamtanzahl der Arbeitsstellen, Ausbildung, Künstler, Praktikum / Trainee oder selbstständige Tätigkeiten. Und weiter geht es mit den Arbeitszeitmodellen in Voll- oder Teilzeit, Schicht / Nacht oder Wochenenden-Tätigkeiten, Heim- oder Telearbeit sowie Minijobs. Und zu guter Letzt kann ich die privaten Arbeitsvermittlungen und / oder die Zeitarbeit herausfiltern. Die Zahlen schwanken von Minute zu Minute. Die fiktive Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und die Sanktionen weiterlesen