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Das Arbeitslosenzentrum unter neuer Trägerschaft – das Ende der unabhängigen Erwerbslosenberatung in Dortmund?

ALZ-ProgrammFlyer-2014_1halbjahr.inddPünktlich zum Jahresende hat sich der frühere DGB Vorsitzende mal wieder richtig in Szene gesetzt und sich als Held feiern lassen. Er soll das Arbeitslosenzentrum Dortmund e.V. (ALZ) vor dem Aus gerettet haben. Die Akteure dieser Kampagne haben den Mund ziemlich voll genommen und bezwecken damit, ihren Einfluss auf die Sozialpolitik auszubauen und die Erwerbslosen in Dortmund weiterhin im Griff zu haben.

Nach der Kahlschlagpolitik der CDU/FDP-Landesregierung hat die SPD/Grünen-Regierung die Förderung der Erwerbslosenberatungsstellen und Arbeitslosenzentren seit 2011 wieder aufgenommen und stellt jährlich fünf Millionen Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung.

Das Beratungsangebot richtet sich an erwerbslose Menschen, unabhängig davon, ob sie Arbeitslosengeld beziehen oder nicht. Berufsrückkehrende sowie ältere Erwerbslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen und Beschäftigte mit aufstockenden SGB II-Leistungen gehören ebenfalls dazu.

Die Erwerbslosenberatungsstellen bieten Ratsuchenden Unterstützung bei ihrer weiteren beruflichen Entwicklung an, informieren über Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, beraten in persönlichen Konfliktsituationen und bieten Unterstützung bei rechtlichen Fragen.

Die Arbeitslosenzentren sollen Begegnungsmöglichkeiten und soziale Kontakte für erwerbslose Menschen bieten und über weiterführende Beratungsangebote informieren.

Bei etwa 40 000 Menschen ohne Erwerbsarbeit, davon rund 20 000 Langzeitarbeitslose und zunehmender Zahl von Geringverdienern, die auf ergänzende staatliche Leistungen angewiesen sind, dürfte es für eine Großstadt mit fast 600 000 Einwohnern, mit der höchsten Armuts- und Überschuldungsquote doch wohl selbstverständlich sein, ein Beratungs- und Begegnungsangebot für Erwerbslose vorzuhalten.

Was soll es da zu retten geben? Oder soll lediglich die qualitative Ausrichtung dieser Einrichtung, die seit 1984 eine feste Institution innerhalb der kommunalen Sozialpolitik ist, durch die Hintertür geändert werden? Das Arbeitslosenzentrum unter neuer Trägerschaft – das Ende der unabhängigen Erwerbslosenberatung in Dortmund? weiterlesen